Obstbaumschnitt: Zeitpunkt & 10-Schritte-Anleitung

Der Schnitt bei Obstbäumen hat den Zweck, den Aufbau zu fördern, die natürliche Form zu erhalten und das Alters- und Abgangsstadium hinauszuzögern.

Grundsätzlich unterscheidet man bei Obstbäumen den Sommer- und den Winterschnitt. Der Rückschnitt im Winter, der nicht unter –4 °C durchgeführt werden darf, ist wichtig für den Neuaustrieb und den Wuchs. Der Rückschnitt im Sommer beruhigt das Wachstum.

Oft ist der Sommerschnitt besser, weil der Baum so im Gleichgewicht zwischen Holz- und Fruchtproduktion gehalten wird. Schnittwunden heilen im Sommer besser als im Winter. Das senkt die Infektionsgefahr. Über die Schnittstellen gelangen oft Pilze in den Baum. Ist das Gehölz aber schwach und schon vergreist, dann empfiehlt sich ein Winterschnitt und zwar ein kräftiger.

Außerdem unterscheidet man:

  1. Kronenaufbauschnitt
  2. Pflanzschnitt
  3. Erziehungsschnitt
  4. Instandhaltungsschnitt

Kronenaufbau, Pflanzschnitt und Erziehungsschnitt

  1. Bei den meisten Obstbäumen schneidet man eine Pyramidenkrone mit abgewandelten Kronentypen, die Längskrone, Hohlkrone und den Spindelbusch bzw. die schlanke Spindel.
  2. Der erste Schnitt erfolgt direkt beim Pflanzen.
  3. Man schneidet die Triebe immer zwischen zwei Knospen. Die letzte verbliebene Knospe sollte oben bzw. außen sitzen!
  4. Man schneidet alle Triebe um ein Drittel zurück.
  5. Wichtig ist, dass der Astabgangswinkel mindestens 45° beträgt. Steilere Äste müssen flach gestellt werden!
  6. In der nächsten Vegetationsperiode werden die Leittriebe stehen gelassen, ebenfalls drei bis vier kräftige Seitentriebe. Konkurrenztriebe und steile Austriebe müssen weg. Bei schwach austreibenden Sorten müssen die Verlängerungstriebe stark zurückgeschnitten werden.

Instandhaltungsschnitt

  1. Der Instandhaltungsschnitt dient dem Gleichgewicht zwischen Frucht- und Triebwachstum. Man schneidet zu steile und deutlich herabhängende Äste.
  2. Leitäste werden nicht mehr geschnitten!
  3. Zu dicht stehende Äste werden ausgelichtet, ebenso steil aufrecht wachsende Triebe und altes, abgetragenes Holz.
  4. Wichtig ist, dass alle Triebe ausreichend Licht haben und Luft gut zirkulieren kann! Kronenüberbauung vermeiden!

Welche Sorten schneidet man wann?

  • Kern-, Stein- und Beerenobst schneidet man zwischen Januar und Mitte März.
  • Kirschen schneidet man nach der Ernte.
  • Jungbäume, Spaliere und Spindel werden zwischen Juli und Mitte August geschnitten.
  • Der Nachschnitt für verjüngte Bäume erfolgt im Juli.

Zu beachten!

  • Es dürfen keine Zapfen stehen bleiben!
  • Immer sehr scharfe Schneidewerkzeuge verwenden!

Fazit

Ein ordentlicher Schnitt sorgt bei Obstbäumen dafür, dass sie in Form bleiben und reichlich Früchte tragen. Nach dem Schnitt sollten Wunden, welche größer als ein Euro Stück sind, mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden. Bei Sägewunden wird die zerfaserte Rinde glatt geschnitten. So können die Wunden besser verheilen und Bakterien und Pilze können schlechter eindringen. Wie die einzelnen Obstsorten geschnitten werden, kann man auch noch einmal detailliert nachlesen.

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