Anleitung zum Obstbäume schneiden - welcher Zeitpunkt ist ideal?

Obstbäume werden geschnitten, damit sie so wachsen, dass sie viele Früchte tragen können. Es kommt also auf das so genannte Fruchtholz an. Ansonsten gibt es noch Wachstumsholz. Zu erkennen sind diese beiden Arten so: Wachstumsholz ist meist gerade und lang.

Fruchtholz dagegen wächst meist krumm und ist kürzer. Entscheidend für das gute Gedeihen des Obstbaumes ist, die Wachstumstriebe zurückzuschneiden. Das Ergebnis ist eine lichte Krone, in der sich Äste nicht gegenseitig behindern.

Oft ist der Sommerschnitt besser, weil der Baum so im Gleichgewicht zwischen Holz- und Fruchtproduktion gehalten wird. Schnittwunden heilen im Sommer besser als im Winter. Das senkt die Infektionsgefahr. Über die Schnittstellen gelangen oft Pilze in den Baum. Ist das Gehölz aber schwach und schon vergreist, dann empfiehlt sich ein Winterschnitt und zwar ein kräftiger.

Was soll mit dem Schnitt erreicht werden?

Man unterscheidet zwischen Kronenaufbauschnitt, Pflanzschnitt, Erziehungsschnitt und Instandhaltungsschnitt. Der Pflanzschnitt ist der erste, es folgt der Erziehungsschnitt, dann der Kronenaufbauschnitt und später dann nur noch Instandhaltungsschnitt. Jeder Obstbaum soll die für ihn beste Form bekommen, damit viele Früchte Platz finden und sie sich gut entwickeln können. Außerdem soll der Baum gesund bleiben. Ist er zu dicht, können sich Krankheiten und Pilze besser entwickeln und ausbreiten.

Sommer- oder Winterschnitt?

Sowohl der Sommer- als auch der Winterschnitt haben Auswirkungen auf das Baumwachstum. Der Schnitt im Sommer bremst das Baumwachstum, der im Winter regt es an. Die Früchte wachsen oftmals am jungen Holz besser, also an bis zu fünf Jahre alten Ästen.

  • Pfirsichbäume schneidet man zwischen Ende April und Anfang Mai. Man muss dabei auf die Blütenknospen achten!
  • Kirschen werden im Sommer, nach der Ernte geschnitten.
  • Kernobst und Beerensträucher schneidet man besser zwischen November und April.
  • Wenn die Bäume anfangen zu blühen, muss der Schnitt abgeschlossen sein!

Wie wird geschnitten?

Bei älteren Bäumen, die lange nicht geschnitten wurden, nimmt man abgestorbene Äste heraus und alle, die in die Baumkrone wachsen, also, die nach innen gerichtet sind. Auf alle Fälle müssen sämtliche Wassergeschosser entfernt werden, das sind die steil nach oben gerichteten Triebe. Oft treten sie in großer Zahl auf.

Auch die nach unten wachsenden Äste schneidet man ab. Das ist bei allen Obstbäumen wichtig. Dann gibt es für die jeweiligen Sorten noch andere Maßnahmen, die im folgenden aufgezeigt werden.

Kernobst schneiden

  • Beim Steinobst ist es wichtig, dass bis zum Ende Juli (besser im Juni, zusammen mit dem Auslichten) die Wasserschossen, die senkrecht auf den größeren Ästen stehen, entfernt werden. Da sie noch weich sind, kann man sie problemlos abreißen.
  • Man schneidet nicht, sondern reißt. So werden die schlafenden Augen an der Triebbasis ebenfalls entfernt. Risswunden heilen besser.
  • Kirschbäume schneiden

    • Kirschbäume schneidet man, um ihr starkes Wachstum zu kontrollieren und die Fruchtbarkeit zu erhöhen.
    • Außer dem Auslichten, wird auch die Krone verkleinert, etwa um ein Drittel.
    • Geschnitten wird oberhalb eines jungen Seitentriebes.

    Pflaumenbaum schneiden

    • Pflaumenbäume schneidet man, um sie zu schützen, vor dem Rückgang der Erträge und der schnellen Überalterung der Fruchttriebe. Schnittmaßnahmen fördern die Bildung von neuem Fruchtholz (zwei bis dreijähriges Holz).
    • Jährlicher Rückschnitt ist wichtig, damit es keine großen Wunden gibt. Die verträgt die Pflaume nicht.
    • Nach der Ernte werden Gerüst- und Fruchttriebe ausgelichtet. Steil wachsende Triebe werden entfernt.

    Aprikose und Pfirsich schneiden

    • Pfirsiche schneidet man, da sie schnell verkahlen. Deshalb werden jährlich die einjährigen Triebe zurückgeschnitten. So wird ein Neuaustrieb angeregt.
    • Außer im Frühjahr kann man auch direkt nach der Ernte schneiden.
    • Bei der Aprikose muss man auf eine gleichmäßige Kronenentwicklung achten! Langtriebe nicht einkürzen! Wachsen sie zu steil, werden sie im Winkel von 45° zur Senkrechten abgespreizt.
    • Es reicht meist, die Spitzenknospe der Langtriebe abzubrechen!

    Fazit

    Der richtige Schnitt ist entscheidend für das Wohlbefinden des Obstbaumes und der reichen Ernte. Viele Gartenfreunde fürchten sich vor dem Schnitt, dabei ist er gar nicht so schwierig. Wer unsicher ist, kann sich einmal einen Profi für die Arbeit holen und sich alles zeigen und erklären lassen!

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