Kirschbaumschnitt, Kirschbaum schneiden: 11-Schritte-Anleitung

Kirschbäume sind oft sehr starkwüchsig. Bei diesen Bäumen kommt es aber mehr darauf an, dass sie sehr fruchtbar sind und nicht, dass sie viele Äste bekommen. Ein regelmäßiger Schnitt sorgt dafür, dass die Kirschernte üppig ausfällt und der Baum nicht zu groß wird.

Der richtige Zeitpunkt für einen Schnitt

  • Süßkirschen werden im Sommer geschnitten, nach der Ernte. So wird das starke Wachstum gedämpft, eine gute Ernte im nächsten Jahr garantiert und die Wunden heilen schneller. Auch Sauerkirschen werden im Sommer nach der Ernte geschnitten. Der Zeitpunkt ist meist etwas später als bei den Süßkirschen. In der ausgelichteten Krone können noch Blütenknospen für das kommende Jahr angelegt werden.
  • Ein Schnitt im Herbst ist nicht günstig, da die Wunden schlechter heilen und es viele Niederschläge gibt. Die Gefahr vom Eindringen von Krankheitserregern steigt.
  • Ein jährlicher Schnitt ist absolut empfehlenswert, um eine Neutriebbildung anzuregen. Nur so bildet sich ausreichend viel junges Fruchtholz.

Wie wird geschnitten?

  1. Insgesamt wird die Krone verkleinert.
  2. Man nutzt eine Astschere und für dicke Äste eine Astsäge.
  3. Seitenäste, die ins Innere des Baumes wachsen, werden herausgeschnitten.
  4. Äste, die herabhängen, werden kräftig eingekürzt.
  5. Man schneidet immer oberhalb eines kräftigen jungen Seitentriebes!
  6. Steil nach oben wachsende und Konkurrenztriebe herausschneiden!
  7. Stark verzweigte und kräftige Äste, an denen Seitentriebe herabhängen, müssen deutlich eingekürzt werden.
  8. Zerfaserte Schnittstellen müssen mit einem scharfen Messer nachgeschnitten werden.
  9. Nicht schneiden darf man Bukett-Triebe! Das sind kurze Seitentriebe, die wie ein Quirl angeordnet sind. Sie bringen die meisten Früchte hervor. Steil nach oben wachsende Bukett-Triebe sind aber zu entfernen!
  10. Auch stärkere, ältere Äste können herausgeschnitten werden, wenn der Platz zu eng wird. Wichtig ist eine lichte Krone! Um den Neuaustrieb an der richtigen Stelle zu erzielen, muss bis auf einen jungen Trieb.
  11. Nach dem Schneiden alle Schnittwunden, die größer als ein Euro Stück sind mit Wundverschlussmittel versorgen!

Unsere Tipps

  1. Viele Kirschsorten wie die bekannte Schattenmorelle neigen zum Verkahlen. Die Früchte hängen an den jungen, einjährigen Triebspitzen. Durch das Gewicht zieht es diese nach unten. Sie können brechen. Deshalb muss nach der Ernte ein Teil der überhängenden Äste entfernt werden! Nicht weiter als auf einen vorhandenen Neutrieb an der Basis eines alten Triebes schneiden!
  2. Schnittwerkzeuge sollten vor dem Benutzen desinfiziert werden, damit keine Krankheiten über die Schnittstellen in den Baum eindringen können!
  3. Achten Sie beim Schnitt auf Ihre Sicherheit! Ältere Äste brechen recht leicht, auch wenn sie ziemlich stabil aussehen. Die Leiter besser an die Hauptäste oder den Stamm lehnen!

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