Clematis schneiden: bester Zeitpunkt zum Zurückschneiden der Waldrebe

Bei den Blühwundern Clematis unterscheidet man drei Schnittgruppen. Um ordentlich schneiden zu können, muss man also wissen, wie die Clematis heißt und in welche Schnittgruppe sie gehört.

Ansonsten kann man noch an der Blütezeit erkennen, um welche Gruppe es sich handelt, einmal oder mehrmals blühend, früh im Jahr blühend, spät oder den ganzen Sommer lang. Im Prinzip kann die Schnittgruppe nach dem ersten Standjahr gut ermittelt werden.

Aufbauschnitt im Pflanzjahr

Im November oder Dezember schneidet man alle neu gepflanzten Clematis auf 20 bis 30 cm über dem Boden zurück! Dieser Schnitt sichert, dass sich die Pflanze gut verzweigt.

Schnittgruppe I

  • Zu dieser Gruppe gehören viele Frühjahrsblüher, Wildarten, Clematis alpina und Clematis montana Sorten.
  • Frühjahrsknospen werden im Sommer und Herbst des Vorjahres angelegt.
  • Blühen am vorjährigen Holz und dürfen deshalb erst nach der Blüte geschnitten werden (Juni/Juli)!
  • Diese Clematis neigen zum Vergreisen, deshalb ist der Schnitt wichtig.
  • Man kürzt die einzelnen Triebe nach Wunsch ein.
  • Günstig ist ein Teilrückschnitt. Man schneidet nur einige Triebe in unterschiedliche Längen.
  • Schnitt ist gut für eine Verzweigung und gegen die Vergreisung.

Schnittgruppe II

Hierbei handelt es sich meist um Hybriden.

  • Blühen im Frühjahr im unteren Bereich an Kurztrieben und im Sommer an neu gebildeten Langtrieben
  • Typisch ist ein reicher Fruchtansatz nach der ersten Blüte. Diesen schneidet man ab, zusammen mit dem darunter liegenden Blattpaar. Lässt man sie an der Pflanze, geht die Kraft dahinein und sie reicht nicht für eine neue Blüte.
  • Geschnitten wird jährlich im November/Dezember.
  • Man kürzt alle Triebe um etwa die Hälfte ein.
  • Alle vier bis fünf Jahre wird ein starker Rückschnitt empfohlen. So wird die Clematis verjüngt.

Schnittgruppe III

Zu dieser Gruppe gehören alle Sommerblüher, also viele Hybriden und Wildarten, Clematis viticella oder Clematis Hybrid Jackmanii.

  • Rückschnitt wichtig, sonst vergreisen die Pflanzen und die Blühfreudigkeit geht verloren.
  • Blühen an Langtrieben, die im selben Jahr entstehen.
  • Die Clematis werden im November/Dezember bis auf 20 bis 50 cm über dem Erdboden zurückgeschnitten.
  • Man kann die Höhe an die Gegebenheiten ringsum anpassen.

Kombination aus Gruppe II und III

In diese Gruppe fallen Clematis, die in beide Schnittgruppen eingeordnet werden können. Es handelt sich um Kreuzungen aus beiden Gruppen.

  • Schneidet man sie wie Gruppe II, blühen sie früh, ab Mitte Mai.
  • Schneidet man sie wie Gruppe III, blühen sie erst ab Mitte Ende Juni.

Fazit

Jede Clematis sollte geschnitten werden, mehr oder weniger stark, jährlich oder alle paar Jahre. Ohne Schnitt vergreisen die Pflanzen. Oben blühen sie, nicht mehr so toll, aber immerhin. Unten sehen sie aber absolut spärlich aus. Die Triebe sind nackt und sehen einfach nicht gut aus. Ein regelmäßiger Schnitt beugt vor.

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